Episode 02 - Melodie der Hoffnung


Mana war mit dem Pinguin im Matrosenoutfit zu ihr nachhause gegangen. Heimlich schlich sie sich an ihrer Schwester vorbei und atmete erleichtert auf als sie in ihrem Zimmer war. Sie setzte den Pinguin auf ihr Bett und saß sich vor dem Bett hin. ,,Wieso kannst du sprechen?", fragte sie ihn. ,,Wieso kannst du sprechen?", kam es fast patzig und frech von ihm zurück. ,,Ich bin ja auch ein Mensch." ,,Und ich ein Pinguin." ,,Aber Pinguine können doch nicht sprechen, so wie wir", erklärte sie ihm. ,,Ich bin ja auch kein gewöhnlicher Pinguin. Ich bin der treue Diener der Göttin der Musik. Ich bin der große Raichi", prahlte er voller Stolz. ,,Freut mich, ich heiße Mana Yumesaki", lächelte sie ihn an.

Mana unterhielt sich weiter mit dem Pinguin als sie ihren Namen rufen hörte. Sie folgte dem Ruf und stand vor einer jungen Frau in einem Kochoutfit. ,,Was ist denn, Nee-san?" ,,Das Essen ist fertig. Setz dich ehe es kalt wird." Mana folgte den Worten und setzte sich. Sie sah auf den reichlich gedeckten Tisch und es duftete so herrlich. Die junge Frau, die Manas Schwester war, war eine ausgezeichnete Köchin. Kochen war sozusagen ihre Leidenschaft. Seit dem Tod ihrer Eltern kümmerte sich ihre Schwester um sie und passte auf sie auf.

,,Und wie war das Casting?", fragte sie Mana während sie die Getränke auf den Tisch stellte. ,,Also ähm ja, es musste abgebrochen werden", kam es notgedrungen und leicht nervös von ihr. ,,So? Das ist aber schade. Aber gut ess jetzt." ,,Ja, Nee-san." Mana hatte es schon fast wieder vergessen. Das Casting, worüber sie sich so sehr freute, wurde einfach von dieser Eisfrau gestört. Was wurde jetzt aus ihrem Traum ein berühmtes Idol zu werden? Sie war doch schon so nah dran und jetzt ist alles zerstört. Doch was ist mit der Verwandlung, dem Singen und dem Prismastein? Sie wusste, wenn sie fertig aß würde sie dem Pinguin sofort fragen.

Mana räumte nach dem Essen ihr Geschirr weg, half ihrer Schwester beim abräumen und verschwand danach wieder auf ihr Zimmer. Dort wartete schon der Pinguin auf sie dessen Magen laut knurrte. ,,Ich dachte du bringst mir was zu essen", sagte er quietschig. ,,Oh tut mir Leid, ich hol dir was. Warte kurz." Daraufhin verschwand sie und brauchte nicht lange ehe sie wieder da war. ,,Ich hoffe du magst Kekse. Anderes konnte ich mir nicht stibitzen." Der Pinguin betrachtete die Verpackung und holte sich einen Keks raus. Er schnüffelte dran und probierte ihn. Da es ihm zu schmecken schien, aß er fast die ganze Packung. Kurze Zeit später schlief er, mit vollem Bauch, ein. Die Fragen, die Mana an ihn hatte, konnte sie nicht mehr stellen und machte es ihm nach.

Der nächste Morgen brach an und Mana machte sich, gut gelaunt wie immer, auf dem Weg zur Schule. Dort angekommen, begrüßte sie ihre Freundin Sayuri, die auf sie schon wartete. ,,Hey Mana-chan", begrüßte sie ihre Freundin. ,,Guten Morgen Sayuri-chan", bekam sie als Antwort. ,,Und wie war das Casting? Bist du weiter gekommen?", fragte ihre Freundin total neugierig. ,,Los sag schon." Ihre Augen funkelten wie Sterne vor lauter Neugier. ,,Das Casting.. Das musste plötzlich abgebrochen werden, aber es wird wiederholt. Dann werde ein berühmtes Idol", lächelte Mana ihre Freundin an.

Sie wusste nicht, ob sie die Wahrheit sagen durfte. Dies hatte ihm der sprechende Pinguin nicht gesagt, doch bevor ihre Freundin unnötig in Gefahr geraten würde ließ sie es lieber bleiben. Nicht das die Eisfrau noch auf die Idee kommt Sayuri etwas anzutun. Die Lilahaarige wollte weiterhin wissen wer die Eisfrau war und warum sie die Prismasteine besitzen möchte und wieso ausgerechnet in ihr einer hauste. Sie hörte ihre Freundin weiter reden und fragte nach. ,,Hm? Was sagtest du?" Ihre Freundin seufzte tief. ,,Ich wollte wissen wann das nächste Casting stattfindet." ,,Ach so. Das wissen die noch nicht aber ich muss rein", entschuldigte sie sich und rannte ins Schulgebäude nachdem sie das Grundstück betrat und ließ ihre Freundin allein.

Da Mana nicht wirklich guckte während sie rannte, passierte es, dass sie in jemanden hineinrannte. Anstatt auf den Hintern zu landen wurde sie an ihrer Hand festgehalten. Sie blickte hinauf und sah das Mädchen von gestern, mit den dunkelroten Haaren mit den 2 Haarklammern im Pony. ,,Pass auf wo du lang läufst, sonst tust du dir noch weh", kam es von ihr und half ihr auf. ,,Danke. Tut mir Leid, das war keine Absicht", entschuldigte sich Mana bei ihr und verbeugte sich auch. ,,Schon okay, aber dich hab dich doch gestern beim Casting gesehen." ,,Das kann ich zurückgeben. Ich wusste ja nicht das du auch auf diese Schule gehst." ,,Jetzt weißt du es. Ich bin Ayumi. Ayumi Watanabe", stellte sich das Mädchen mit den kurzen roten Haaren vor. ,,Freut mich. Ich heiße Mana Yumesaki", lächelte sie zurück.

,,Yumesaki?", fragte sie nachdenklich und überlegte kurz. ,,Ah jetzt weiß ich es. Bist du mit Reiko Yumesaki verwandt?" ,,Ja, sie ist meine große Schwester." Mana lächelte weiter. ,,Also kennst du ihr Restaurant?" ,,Na klar, wer kennt es nicht?" Ihre Augen funkelten wie Sterne. Allein, wie sie sich das lecker zubereitete Essen vorstellte, lief ihr das Wasser im Mund zusammen. ,,Ayumi, hast du Lust nach der Schule mit mir nachhause zu kommen? Dann lernst du meine Schwester mal kennen", lächelte sie weiter. Sie machte anderen Menschen gern eine Freude. ,,Was? Wirklich? Ja klar gerne", äußerte sie sehr freudig. ,,Gut, dann treffen wir uns am Schultor nach dem Unterricht." Ayumi nickte eifrig als Antwort und verschwand hinter der nächsten Ecke.

Mana verließ nach Schulschluss den langen Flur und entdeckte vom weiten schon Ayumi. ,,Wartest du schon lange?", wollte sie wissen. ,,Nein geht schon. Die letzte Stunde fiel aus, aber ich machte dann meine nervigen Hausaufgaben", seufzte sie. ,,Oh tut mir Leid", versuchte sich Mana zu entschuldigen. ,,Das ich Reiko Yumesaki persönlich kennenlernen darf reicht mir vollkommen als Entschuldigung." ,,Gut, dann mal los." Mana lächelte wieder.

Das Mana schon seit einiger Zeit beobachtet wurde, wusste sie nicht. Sie unterhielt sich auf dem Weg nachhause mit Ayumi und nahm ihre Umwelt nicht wirklich wahr. Die Gestalt, die Mana beobachtete, sah wie Mana lachte. Leiste flüsterte sie: ,,Das Lachen wird dir schon vergehen." Daraufhin verschwand die Gestalt plötzlich um vor Mana und Ayumi aufzutauchen.

Beide blieben stehen und wichen einen Schritt zurück. ,,Wer bist du?", wollte Ayumi wissen. Mana betrachtete die Gestalt vor ihnen und sie erkannte sie wieder. ,,Die Eisfrau", kam es wie aus der Pistole geschossen. ,,Eisfrau?" Ayumi war verwirrt. ,,Was redest du da?" ,,Das erklär ich dir später." Mana sah zur Eisfrau. ,,Was willst du?" ,,Na was wohl? Dein Prismastein", erhielt sie als Antwort. ,,Das kannst du vergessen!", ertönte es wütend von Mana. ,,So? Dann wird deine Freundin jetzt sterben!" Kurz da drauf schoss sie mit Eiszapfen aus ihren Händen auf Ayumi und trafen sie. Ayumi ging zu Boden und wurde bewusstlos.

,,Lass Ayumi in Ruhe. Sie hat dir nix getan!" Mana wurde wütend. ,,Du bist feige. Erst sagst du mir nicht deinen Namen und dann greifst du auch noch unschuldige an. Das werde ich dir nicht verzeihen!" Sie schrie die Eisfrau förmlich an. ,,Mein Name ist Yuriko. Da ich dich vernichten werde ist es auch egal das du meinen Namen jetzt kennst." Kurz darauf griff sie Mana mit ihren Eiszapfen an, doch diese trafen Mana nicht. Zu ihrer und Manas Verwunderung wurde sie von einer Barriere beschützt. ,,Du musst dich verwandeln", erklang schon wieder die Stimme aus dem Nichts wie gestern.

Mana nickte. ,,Gut." Sie nahm ihren Prismastein aus ihrer Schultasche und rief: ,,Green Prisma Voice!" Sie wurde von einem weißen Licht umhüllt und verwandelte sich wieder in ein Idol. ,,Was du Ayumi angetan hast ist unverzeihlich. Ich werds dir zeigen." Die Eisfrau, die Yuriko hieß, lachte nur. ,,Dann zeig mal was du kannst", lachte sie weiter griff wieder mit Eiszapfen an. In dem Moment legte Mana das Mikrofon an den Mund und fing an zu singen.

Kawaita kaze ga Kokoro doori nukeru
Afureru omoi Tsure satte hoshii
Futari no kage Nanigenai karada mo
Shitto shiteru Setsunaku naru Kore ga koi nano?


Der Angriff von Yukiko wurde durch den Gesang pulverisiert. ,,Das kann nicht sein?! Meine Eiszapfen." Yuriko war überrascht und auch fassungslos. Mana jedoch sang weiter.

Michite wa kakeru Omoi ga ima
Itoshikute afuredasu no Mai odoru kaze no naka de
Meguri aeta Kono kiseki ga
Harukana daichi wo koete Anata to mirai e arukitai no

Kimi dake wo Omou kimochi Tsutaerareru yuuki ga
Watashi ni areba Setsunai yoru ni sayonara dekiru
Negai wo komete wish my love
Fumi dasu chikara kudasai


Yuriko hielt sich die Ohren zu und schrie schmerzerfüllt auf. ,,Das wirst du mir büßen", drohte sie Mana und verschwand. Mana jedoch konzentrierte sich nur auf ihren Gesang und blickte erst wieder auf nachdem sie ihren Song beendete. Kurz sah sie sich um und entdeckte Ayumi weiterhin auf dem Boden liegen. ,,Ayumi." Mana kniete sich zu ihr. ,,Sie wird schon wieder, sie ist nur bewusstlos", hörte sie auf einmal und erblickte den Pinguin. ,,Raichi", sagte Mana überrascht. ,,Durch deinen Gesang wurden ihre Wunden geheilt, keine Angst sie wacht bald wieder auf." ,,Ich vertrau auf deine Worte." Kurz da drauf verwandelte sie sich zurück.

Mana brachte Ayumi zu sich nachhause und legte sie in ihr Bett. Sie und ihre Schwester kümmerten sich um sie bis die Rothaarige endlich ihre Augen öffnete. Sie setzte sich leicht stöhnend auf und hielt ihren Kopf. ,,Was war das? Mana sag es mir." Ayumi verlangte Antworten und blickte zu dem Mädchen mit den grünen Schleifen im Haar dessen Gesicht den Boden anstarrte.

,,Ayumi... ich..." Sie blickte auf. ,,Also gut du sollst deine Antwort bekommen, aber vorher hole ich dir noch was zu Essen und eine Tasse Tee." Kaum waren die Worte ausgesprochen, verließ sie den Raum. Sie wusste, dass sie Ayumi alles sagen müsse, aber ob sie ihr glaubt, das konnte selbst Mana nicht wissen. Aber sie hoffte es.