Episode 06 - Die Kraft der Prismasteine

Die Tage vergingen. Mana und Ayumi versuchten sich Ran zu nähern, doch diese blockte die ganze Zeit ab. In ihren Augen hatten es die Beiden nicht verdient ein Prism Idol zu sein, auserwählt von Serena, der Göttin der Musik. Dass Mana und Ayumi bislang glimpflich davon kamen war eher Glück als Verstand, zumindest in den Augen von Ran. Das Einzige, was sie dazu brachte sich denen zu nähern waren ihre Prismasteine, doch so leicht würde sie die nicht bekommen. Die Braunhaarige versuchte sich einen Plan zu überlegen, wurde jedoch gestört. Mittlerweile erkannte sie die Stimmen und drehte sich genervt seufzend um.

,,Ran, Ran. Hast du Lust mit uns zusammen ins Restaurant von Mana-chans Schwester Reiko-sama zu begleiten?", fragte Ayumi mit strahlenden Augen. ,,Wie oft denn noch? Ich hab kein Interesse. Schreib dir das endlich hinter die Ohren." Ran war genervt und wollte nur weg. ,,Man sei doch nicht gleich so aggro. Ich hab doch nur gefragt." Ayumi verschränkte ihre Arme. Mana sah zwischen denen hin und her und unterbrach deren Unterhaltung. ,,Ran du musst nicht mitkommen, aber wir sollten uns langsam zusammenschließen, so können wir die Black Souls schneller wieder versiegeln." ,,Das weiß ich selber, dennoch sehe ich kein Bedarf daran euch bei zu treten." Ran wendete sich von den Beiden ab, ging los und beachtete sie nicht weiter. ,,Was bildet sie sich ein? Sie weiß doch genauso gut wie wie das alle 7 Steine vereint werden müssen." Ayumi plusterte ihre Backen und war eingeschnappt. Mana jedoch hörte nicht wirklich zu, sie sah Ran hinterher und versank in Gedanken. ,,Ran... wieso bist du nur so kalt und abwesend zu uns? Wir haben dir doch nix getan", dachte sie. Ihr Gesichtsausdruck wurde traurig, senkte unbewusst den Kopf. Die Rothaarige sah dies. ,,Mana alles okay mit dir?", fragte sie etwas besorgt. ,,Hm?" Die Lilahaarige sah auf zu ihrer Freundin. ,,Ja, alles okay", versuchte sie zu lächeln. Ayumi beließ es dabei und ging mit Mana auch weiter.

Tief in der Dunkelheit hörte man weibliche, schmerzerfüllte Schreie. Yukiko und Chou-Chou mussten sich von ihrem Herrscher Kiiro ihre Strafe abholen. Dieser schlug mit seinen Flügeln so stark dass scharfe Windböen entstanden und diese die Mädchen verletzten. ,,Ihr seid nix weiter als Abschaum!", zischte er wütend. ,,Ihr seid Versager und zu nix zu gebrauchen!" ,,A-aber Kiiro-sama...", keuchte Yukiko schwach. ,,We-wer konnte denn ahnen dass der rote Prismastein auftaucht..", fügte Chou-Chou hinzu. ,,Schweigt!", schrie er eiskalt. Yukiko und Chou-Chou zuckten zusammen. Sie hatten ihren Boss noch nie so kalt und hasserfüllt erlebt. Die Prismasteine schienen ihm wirklich sehr wichtig zu sein.

Kiiro hörte auf mit seinen Flügeln zu schlagen. ,,Geht mir aus den Augen!", befahl er nur kalt. Yuriko und Chou-Chou versuchten mit letzter Kraft aufzustehen und standen schließlich auf wackligen Beinen. Ihre Körper waren mit Schnittverletzungen übersät, die Kleidung war etwas zerfetzt. ,,Geht endlich!", betonte er noch mal sehr deutlich. ,,Ich werde IHN schicken. Er ist im Gegensatz zu euch kein Versager!" Yukiko und Chou-Chou waren kurz überrascht, jedoch waren sie zu kraftlos um etwas sagen zu können. Mit ihren letzten Kräften verschwanden sie aus dem Saal wo sie mit Kiiro-sama waren. In ihren Zimmern angekommen brachen sie erschöpft und kraftlos zusammen.

Mana und Ayumi saßen zusammen mit Raichi in Mana's Zimmer und dachten nach wie sie Ran dazu bringen können sich ihnen anzuschließen. ,,Hm", grübelte Mana vor sich hin. ,,Die Lage ist verzwickt, nur wenn alle 7 Steine vereint werden, können wir die Black Souls für immer versiegeln", erklärte der Pinguin nochmal deutlich. ,,Das wissen wir auch du Schlaumeier. Sag uns lieber mal was es mit den Eigenschaften auf sich hat. Ran erzählte davon", gab die Rothaarige protzig als Antwort. ,,Hab ich das euch nicht schon gesagt?" ,,Nein hast du nicht!", schrien die Mädchen ihn an. Der Pinguin taumelte etwas, ehe er umkippte. ,,Meine Ohren." ,,Das ist mir schnuppe. Erklär uns lieber mal was es damit auf sich hat." Ayumi wollte Antworten und vor allem wollte sie wissen welche Eigenschaft ihr Stein besaß. ,,Ist ja gut", gab Raichi schließlich nach und setzte sich auf. Er räusperte sich und fing an. ,,Wie ihr wisst gibt es 7 Prismasteine und jeder Stein besitzt eine Eigenschaft die dem Träger zugehört. Der grüne Prismastein trägt die Hoffnung in sich während der lilafarbene Stein den Glauben besitzt. Der rote Stein, den diese Ran trägt, birgt die Leidenschaft. Über die anderen 4 Steine darf ich euch noch nix sagen aber es gibt noch den gelben, orangen, blauen und den pinken Stein. Ihr müsst sie schnell finden." Damit beendete Raichi seine Rede. ,,Glaube? Wieso denn der Glaube?", wollte Ayumi wissen, denn sie konnte es nicht verstehen. ,,Das kann ich dir auch nicht sagen, aber die Steine täuschen sich nicht“, versuchte Raichi ihr zu verstehen zu geben.

Mana hingegen war nicht so überrascht wie ihre Freundin. ,,Hoffnung passt wohl ganz gut zu mir", lächelte sie. Die Lilahaarige sah zu ihrer verwunderten Freundin. ,,Es wird schon einen guten Grund geben wieso du den Glauben hast." Die Rothaarige sah zu ihr. ,,Ja, du scheinst wohl Recht zu haben, aber es überrascht mich trotzdem etwas." Ayumi blieb auch nix anderes als dies zu glauben und sich quasi damit abzufinden.

,,Da ihr jetzt eure Eigenschaft kennt, könnt ihr noch stärker werden", warf der Pinguin plötzlich in den Raum. Beide Mädchen sahen überrascht zu ihm. ,,Wie das denn?", fragten sie gleichzeitig. ,,Indem ihr eure Eigenschaft in dem Stein verstärkt. Je mehr ihr hofft oder glaubt, desto stärker wird euer Stein und dadurch erlangt ihr mächtigere Songs." Die Mädchen sahen sich an. ,,Dann werden wir unsere Eigenschaften verstärken!" Nur Ayumi senkte etwas den Kopf. ,,Aber glauben ist nicht meine Stärke." Es bedrückte sie. ,,Keine Sorge, ich werde dir helfen, dafür sind Freunde ja da", lächelte die Lilahaarige. ,,Danke Mana", meinte Ayumi nur und nahm ihre Freundin in den Arm. Mana erwiderte die Umarmung und lächelte weiter.

Die Dreisamkeit wurde jedoch urplötzlich gestört. Sie hörten draußen einen Gesang, den sie nicht zuordnen konnten. ,,Er ist da", rief Raichi. ,,Das kann nur der Gesang von ihm sein. Die Black Souls machen nun wirklich ernst." Mana und Ayumi verstanden nur Bahnhof. ,,Ihr müsst euch verwandeln, schnell!" Raichi fuchelte wie wild mit seinen kleinen Flügelchen. ,,Wir verstehen zwar gar nix, aber wenn du sagst die Black Soul sind hier, dann verlieren wir keine Zeit." Die Mädchen nickten gleichzeitig und hielten ihre Steine hoch. ,,Green Prisma Voice!" ,,Purple Prisma Voice!" Das Zimmer von Mana wurde hell erleuchtet, aber nicht lange. Mana und Ayumi standen verwandelt im Zimmer. ,,Folgt der Melodie, aber passt auf, sie schwächt euch auch", gab Raichi von sich. ,,Danke Raichi. Warte du hier, wir packen das schon", sah sie zum Pinguin. ,,Aber wie sollen wir jetzt das Zimmer verlassen, ohne das Reiko-sama uns sieht?", fragte Ayumi dann. ,,Oh, aber das geht schon. Schleichen wir uns einfach raus. Ich hab das schon öfters gemacht", gestand Mana. Ayumi seufzte und machte sich mit Mana auf dem Weg nach draußen. Ein Glück bekam Reiko nix mit, sonst hätte es wohl Probleme gegeben. Draußen folgten sie der Musik, merkten aber auch dass sie schwächer wurden, je näher sie kamen.

Länger als gedacht kamen sie schließlich dort an wo sie Melodie herkam. Beide waren am keuchen. ,,So können wir nicht kämpfen", keuchte Ayumi. ,,Das klappt schon, glaube an dich und an deine Kraft", versuchte Mana ihre Freundin zu ermutigen. Schon wieder das Glauben, was nicht die Stärke von Ayumi war, jedoch wollte sie Mana nicht allein lassen. Sie raffte sich auf. ,,Ich glaube an meine Kraft, ich glaube an sie und ich glaube auch an Mana, gemeinsam sind wir stark!" Der lilafarbene Stein in dem Mikrofon von Ayumi fing an zu leuchten und umhüllte die Mädchen in einem hell farbenen Licht. Beide spürten wie sie ihre Energie zurück bekamen, bis das Leuchten aufhörte. ,,Ayumi du hast es geschafft“, freute sich Mana für sie und sprang sie an. ,,Ja Mana, ich habs geschafft, ich hab meinen Stein verstärkt“, lächelte sie zurück.

,,Ach wie süß", ertönte wie aus dem Nix eine männliche Stimme. ,,Es hat etwas gedauert, aber endlich hab ich euch gefunden!" Die Mädchen sahen sich um und entdeckten in der Luft einen jungen Mann mit Fledermausflügeln. ,,Wer oder was bist du? Gehörst du zu den Black Souls?", schrie Mana zu ihm hoch. ,,Natürlich gehöre ich zu denen, aber im Gegensatz zu Yukiko und Chou-Chou bin ich viel mächtiger als sie", gab er als Antwort und landete auf seinen Füßen vor ihnen. Vor ihnen stand ein junger Mann, der jedoch einen enganliegenden Rock trug. ,,Eine Transe", kam es aus Ayumis Mund ohne weiter drüber nachzudenken was sie sagte. ,,Ich bin keine Transe. Für diese Beleidigung werdet ihr büßen!", drohte er. ,,Dann zeig mal was du kannst", provozierte Ayumi. Gesagt, getan. Kurz da drauf ertönte eine Melodie die den Mädchen in den Ohren schmerzte. Sie hielten sich die Ohren zu und schrien vor Schmerz auf. Der Unbekannte fing an zu singen.

Bara yori mo utsukushiku tsuki yori mo nayamashiku
Taisetsu na inochi naraba kono te de sakasetai
Ankoku no sekai tobira ga ima hirakareru yo
Mou ichido unmei azukete umarekawaru sa


Mana und Ayumi gingen in Knie und hielten sich weiter schmerzschreiend die Ohren zu. Sowas hatten sie noch nicht erlebt und waren in der neuen Situation überfordert. Der Feind hörte jedoch nicht auf und sang weiter.

ono mabuta tojite mitsumete mayonaka no MASUKAREEDO
Ima yami ni suberi ochite yuku saa oide!
Obienakute ii yo
Soshite eien ni nare


Der Typ lachte. ,,Das war ja einfacher als gedacht. Jetzt hole mir eure Steine!" Er guckte ernst und näherte sich den Mädchen, die am Boden lagen.

Ayumi wollte ihm nicht ihren Stein überlassen. Sie sah zu ihr Freundin. ,,Mana...", keuchte sie schwach. Jedoch kam keine Reaktion. ,,Mana!", rief sie lauter und bekam Tränen. ,,Mana wach auf!" Sie fing an zu weinen. Mana bewegte sich aber keinen Millimeter. Das ein Song von den Gegnern sie so außer Gefecht setzten konnte war auch für Ayumi seltsam. Sie dachte nicht weiter nach und sammelte ihre letzten Kräfte um aufzustehen. Sie stand auf wackligen Beinen und sah zu dem Typen mit den Fledermausflügeln. ,,Das werde ich dir nie verzeihen! Ich werde für Mana kämpfen, denn sie glaubt an mich und ich glaub auch an mich. Mit der Kraft des Glaubens werde ich dich fertigmachen!", brüllte sie. Der Prismastein fing an sehr hell zu leuchten. ,,Was ist das für ein scheußliches Licht, das ist ja widerlich", sagte der Fremde und hielt sich die Arme vor dem Gesicht.

Ayumi war selber überrascht, jedoch nicht lange. Eine vertraute Stimme im Hintergrund ertönte. ,,Du hast es geschafft, du hast deinen Gesang verstärkt. Mit deiner neuen Kraft wirst du siegen können." Ayumi sah leicht verwundert auf ihr Mikrofon, nickte dann und legte es an ihren Mund. ,,Für Mana werde ich alles geben! Mach dich auf was gefasst!" Das Licht verschwand und Ayumi fing an zu singen.

Itsu demo soba ni ita
Anata no sono tonari
Onnaji negaigoto
Dakishimete irareta

Kono te wo nobashite
Anata ni furetai
Hajimari no kodou wo kiite


Ihr Gesang war kraftvoller als je zuvor. Der Feind hielt sich diesmal die Ohren zu und schrie auf. Ayumi gab alles, legte ihre Kraft in ihrem Gesang.

Kitto tsunagaru Relation
Sora ni egakidasu
Motto yuuki wo atsumete
Tsuyoku tsuyoku kokoro tsunagareru you ni

Aozora no shita
Hibiku kane no ne
Mimi wo sumasete
Hajimari wa sugu soko

Kitto tsunagaru Relation
Sora ni egakidasu
Motto yuuki wo atsumete
Tsuyoku tsuyoku kokoro tsunagareru you ni


Der Feind ging erschöpft zu Boden. ,,Das werdet ihr mir büßen!", drohte er und verschwand. Ayumi sah jedoch nur zu ihrer Freundin, die sich grad aufrappelte. ,,Mana", sagte Ayumi erleichtert und hatte erneut Tränen in den Augen. Mana sah noch erschöpft aus. ,,Du hast es geschafft. Ich habe es gehört und gespürt, dank dir geht’s mir besser", lächelte sie selbstverständlich. ,,Aber nur dank deiner Hilfe. Danke Mana", lächelte Ayumi mit Freudentränen zurück. Beide Mädchen nahmen sich gegenseitig in den Arm und freuten sich einfach nur.

Ran, die mit alles ansah, verschwand ebenso vom Kampffeld ohne ein Wort von sich zu geben.